Wenn wir einen busy Alltag haben und alles bei uns durchgetaktet ist, dann gibt es oftmals nur wenige Zeitfenster für Intimität.
Das macht die Sache natürlich nicht leichter. Das heißt nämlich oft: es geht ja nur jetzt also muss ich auch jetzt bereit dafür sein.
Unsere Körper fühlen sich (verständlicherweise) sehr stark unter Druck gesetzt. Der mentale Druck ist da, weil wir wissen, dass nun wirklich der einzige mögliche Zeitpunkt ist.
Aber das löst mehr Stress aus.
Und mehr Stress ist so gar nicht sexy oder förderlich für unsere Lust.
Dinge, die wir hier beachten dürfen:
👉 Egal, wie wenig Zeit wir haben: Das A und O ist erstmal im Körper und bei sich anzukommen. Denn wenn wir Sex wirklich genießen wollen und es nicht nur als Pflichtprogramm abhaken möchten, dann braucht das Verbindung mit uns selbst.
Hier aber die Crux und das, was es letztlich genussvoll macht oder nicht:
- Für wen machst du das?
- Für wen entspannst du dich jetzt extra?
- Für wen nimmst du tiefe Atemzüge?
Damit du dich fühlst, weil du dir was Gutes tun möchtest?
Weil du wirklich in Verbindung mit dir gehen willst?
… oder weil du gehört hast, dass dir das dabei hilft, aus dem Kopf in den Körper zu kommen und es eigentlich nur ein weiteres Tool wird um zu funktionieren?
… oder weil du deinem/r Liebsten einen Gefallen tun willst und (unbewusst doch) denkst, dass es erwartet wird?
Your motivation matters.
Your come-from matters.
Ja, woher deine Motivation und deine Handlungen entspringen macht DEN Unterschied. 😮💨 (Viel mehr oft als die Tools an sich!)
👉 Wir können uns noch so anstrengen und alle tollen Tools nutzen. Wenn wir das nur machen, um besser für irgendwen anders zu funktionieren (weil ein Teil in uns glaubt, dass das jetzt verlangt wird) — dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir wirklich in den Genuss kommen ultra gering.
Denn: Wir handeln weiterhin aus dem Stressmodus.
Das „runterkommen“ oder „in-den-Körper-kommen“ wird zu einer weiteren to-do Liste, die wir befolgen müssen um zu funktionieren.
Nicht zu einem echten Moment von: uff, wow, ich fühle mich jetzt erstmal.
Und was an dieser Stelle wichtig ist: wenn du von dir aus absolut keine Motivation hast und keine Lust und es gar nicht möchtest und jeder klitzekleine Anteil von dir all das nur für jemand anderen versucht, dann ist das ein klares Nein. ❌ Damit ist nichts verkehrt, das darf da sein.
Wenn du aber in dir fühlst, ich möchte ja gerne in Stimmung kommen (und hier nun der Unterschied:) und zwar FÜR MICH…
… dann ist genau dieser Perspektiv-Wechsel unabdingbar. ‼️
Also checke immer wieder mit dir ein (und speichere dir dies ab):
Für jemand anderen Sex haben:
- verschließt uns mit der Zeit nur mehr und mehr und macht unsere Körper oftmals tauber, uns selbst unverbundener.
- Bringt uns in den Kopf.
- Lässt unser Nervensystem an sich halten.
- Stresst.
Für uns selbst Sex haben:
- öffnet uns,
- verbindet uns mit uns selbst,
- bringt uns in unsere Selbstverantwortung.
- Ist eine bewusste Entscheidung.
- Und macht es überhaupt erst möglich, dass wir (Sex) genießen können.
Also ja, was dich motiviert macht einen Unterschied.
Und oftmals wissen wir gar nicht, dass wir aus diesem Pflichtgefühl heraus agieren und fragen uns dann, warum wir Sex nie genießen. All das oben genannte ist ein riesengroßer Grund dafür.
Wenn ich dir heute eins mit auf den Weg geben könnte, dann wäre es das: habe Sex für dich oder habe keinen Sex.
Ich meine damit übrigens nicht unbedingt eine Person. Sondern dieses „für dich“ kann oft nur ein Glaubenssatz sein. Eine internalisierte Konditionierung, dass es beim Sex ja nicht um uns geht, sondern um den anderen.
Wenn jemand dir vermittelt, dass du es ihm/ihr schuldig bist, ist das ein ganz anderes Thema.
Ich spreche hier von diesem Teil/ Gedanken/ Glaubenssatz, der IN DIR lebt und oftmals unwillentlich danach handelt.
Mich hat dies so lange festgehalten.
So wurden so viele meiner intimen Interaktionen zu Dingen, die ich nicht für mich tue, sondern für meinen Partner.
Und ich habe mich gefragt, warum ich mich nicht drauf einlassen kann.
Warum ich nicht genießen kann.
Warum es nicht für mich schön ist.
Das ist ein riesengroßer Grund dafür!
Ich habe mir ja gar nicht erlaubt, dass es um mich geht.
Denn diese Entscheidung muss auch aus uns herauskommen.
Wir denken oft, sie liegt komplett bei der anderen Person, dabei tragen wir mindestens 50% davon ebenso.
Also, wenn du Sex wieder genießen willst, dann darfst du jetzt die Entscheidung treffen, Sex nur noch FÜR DICH zu haben.
Weil du es willst. Weil du Ja sagst.
P.S.: Das schließt übrigens nicht aus, Sex auch für deine/n Partner/in zu haben, (sofern du das möchtest!). Damit ist auch nichts verkehrt. Aber es ist die Einladung, diese Entscheidungen BEWUSST zu machen. FÜR DICH zu entscheiden, „ich mache das jetzt aus Liebe zu…“ — denn sonst werden wir oft resentful unseren PartnerInnen gegenüber, weil wir unterbewusst uns zu irgendwas gezwungen fühlen, dem wir nie zugestimmt haben.
