Mit je mehr Frauen ich spreche, desto mehr höre ich über (und kenne dies auch von mir selbst) die Angst, dass da „eine Kraft über uns kommt, vor der wir Angst haben, wir sie nicht kontrollieren können und dass sie eventuell unser ganzes Leben auf den Kopf stellt?“
Ufff… big one. Oder? Ich habe das in dieser oder einer ähnlichen Form schon so oft gehört. UND kenne es gut von meinem eigenen Weg.
Wir stehen am Anfang dieser Reise. Wir fühlen uns dazu hingezogen – die Welt der bewussten Sexualität. Vielleicht auch gerade die Welt des Tantra. Oder nicht mal das. Wir merken einfach so in unserem Leben, dass auch wenn wir in einer festen monogamen Beziehung sind, wir uns öfter Mal zu anderen Menschen hingezogen fühlen.
Das fühlt sich spannend an. Verboten. Es ist unser kleines Geheimnis. Vllt teilen wir es mit einer Freundin. Vllt behalten wir es aber lieber für uns selbst.
Wir haben auch schon häufiger überlegt, ob nicht eine offene Beziehungsform was für uns wäre. Dann müssten wir diesen Teil in uns nicht mehr verdrängen oder beschämen.
Erkennst du dich in einem dieser Szenarios wieder?
Die verbotene Frucht.
Entweder sind wir „the good girl“ und handeln nicht danach. Aber irgendwie ploppt dieses Desire doch immer mal wieder auf oder wir spüren einfach eine tiefe Sehnsucht. Es fühlt sich aber WAYYYY TOO SCARY an, dahinzugehen und sich das anzuschauen.
Denn, wenn ich das machen würde,… was wäre dann? Fällt mein Leben dann auseinander? Muss ich alles ändern? Werde ich zum Sex Monster, dass nie genug kriegt? (Yes, ich weiß, das ist überspitzt dargestellt, aber schau mal, ob du einen Funken davon in dir wieder erkennst)
Der Gedanke, sich für den Weg der eigenen Sexualität zu öffnen ist zu scary, weil wir dann unser Leben vielleicht nicht mehr so leben könnten, wie gehabt.
Dann ist da die andere Möglichkeit – wir sind „the bad girl“ und leben diese geheimen Liebschaften doch aus, aber mehr unter versteckter Hand und mit zurecht-mentalisierten Erklärungen, warum es in Ordnung ist bzw. wir haben diese vermeintlichen mentalen Grenzen, die wir uns selbst (wohlgemerkt, oft nicht mit unserer Partnerperson kommuniziert) setzen und sagen: es war ja kein Sex – es war ja nur…
So leben wir mit schlechtem Gewissen aber gleichzeitig dem Thrill, den wir uns erlauben, „doch ganz wir selbst zu sein“.
Autsch. Ich weiß, das sind ein paar unangenehme Einsichten, die sich hier gerade vielleicht einstellen.
Nun mein Plädoyer an dich:
Was wäre wenn…
Was wäre, wenn es auch einen anderen Weg gibt? Den Mittelweg?
Und vorab: da ist kein Urteil, egal, wo du dich befindest und welchen Weg du einschlägst. Aus meiner Beschreibung hörst du vielleicht, dass ich weiß, wovon ich rede 😉
Was ich aber immer wieder entdecke – und was meine eigene epiphany war, ist dies: ich kann meine Sexualität BEFREIEN UND bin darin SICHER. Ich kann IHR und damit MIR vertrauen. (aka: ich werde nicht zum nimmersatten Sex Monster, was unkontrollierbar ist 😂 – um es mal überspitzt zu sagen)
Aber nur, wenn ich mir erlaube SO PRÄSENT mit diesem Anteil in mir zu werden. Der Anteil, der sich so oder so seinen Weg bahnt: entweder über Schatten Aspekte und unintegriert in Geheimnissen. ODER indem ich Licht darauf leuchte und liebevoll und sanft mit ihr in Kontakt gehe.
Ich kann dir nicht versprechen, was genau sich bei DIR zeigen wird.
Was ich aber bei mir und vielen meiner Klientinnen sehe ist das: dieser Anteil ist ganz klar und bewusst. Dieser Anteil möchte nur Raum in deinem Leben bekommen und nicht weiter verdrängt werden. Dieser Anteil ist zutiefst in Integrität mit DEINEN tiefsten Werten (solange du ihr Raum gibst und sie nicht beschämst und in den Schatten drückst!). Dieser Anteil ist keine bösartige unkontrollierbare Kraft, sondern eine unglaubliche Power in dir, die DIR DIENT.
Uns wurde über Jahrhunderte eingebläut, dass unsere Sexualität etwas Gefährliches ist. (Frauen wie auch Männern.)
So ist es kein Wunder, dass wir Angst davor haben und diesen Teil von uns wegschieben oder verurteilen.
Aber, was wäre wenn…
…all das nur eine Lüge ist?
Unsere Sexualität NICHT gefährlich ist?
Wenn wir uns erlauben würden, sie frei und befreit zu leben.
Aus meiner Erfahrung haben wir dann MEHR Grenzen.
MEHR Klarheit. Entscheiden VIEL BEWUSSTER, mit wem wir unsere Energie austauschen wollen oder nicht.
Was wäre dann alles möglich?
Wie würde sich dein Körper und dein ganzes System fühlen, wenn das wahr wäre?
