Vertraust du dem Männlichen?

Was passiert, wenn ich loslasse?
Was passiert, wenn ich nicht mehr die Starke bin, die alles zusammenhält?
Was passiert, wenn ich nicht mehr kämpfe, mich durchboxe?
Was passiert, wenn ich…

… vertraue?

Was passiert, wenn ich mir vertraue?
Wenn ich dem Universum vertraue?

Und vor allem… was passiert, wenn ich dem Männlichen vertraue?

Viele von uns haben gelernt, dass wir das lieber nicht tun sollten.
Häufig aus gutem Grund.

Wir wurden verletzt. Verlassen. Hintergangen.
Wir wurden betrogen. Unser Vertrauen wurde gebrochen.

Vielleicht von unserem Vater, weil er nie für uns da war oder nicht damit klar kam, als wir auf einmal zur Frau wurden. Vllt von einer männlichen Person, die uns nur unseres Körpers wegen wollte. Vllt weil wir immer wieder verlassen wurden. Allein gelassen wurden.

Und so lernen wir häufig, selbst die Zügel in die Hand zu nehmen.

Wir beschützen uns. Wir emanzipieren uns. Wir werden unabhängig. Wir können auch allein. Und wir kontrollieren. Auch und gerade in unseren Beziehungen.

Wir kommen an den Punkt, dass wir uns körperlich schlecht einlassen können. Es fällt uns schwer, uns sexuell zu öffnen. Und die Berührung des Partners oder der Partnerin ist eh schon wieder verkehrt. An der falschen Stelle. Nicht ganz so wie ich es mag. Zu schnell. Zu viel.

Es fällt uns schwer, unsere sinnliche, weibliche, feminine Seite zuzulassen und zu leben. Vor anderen sexy zu tanzen. Unsere seherischen Fähigkeiten zu teilen. Bestimmte Kleidungsstücke zu tragen, die die Vorzüge unseres Körpers geltend machen.

Und ich frage mich… wie auch?

Wie können wir loslassen, wenn wir ewig nur am Kämpfen waren?
Wie können wir uns körperlich entspannen, wenn wir gelernt haben, dass wir immer stark sein müssen?
Wie können wir uns hingeben, wenn unser Unterbewusstsein GEFAHR schreit?
Wie kann sich unser Körper öffnen, wenn wir so lange nicht sicher waren?
Wie können wir sanft, weich und sinnlich sein, wenn uns das so angreifbar macht?

Ich fühle den Schmerz der kollektiven Frau so sehr. Und den Wunsch, endlich loslassen zu können. Zu dürfen. Es sich selbst zu erlauben. 

Aber dafür müssen wir lernen, zu vertrauen. Und das fällt so schwer, wenn wir so viel Enttäuschung erfahren haben. Wenn uns vermittelt wurde, dass Weiblichkeit Schwäche bedeutet. Dass sanft werden bedeutet, ich bin schutzlos ausgeliefert.

Ein Großteil der emanzipatorischen Energie ist dahin geflossen, ebenso hart zu werden wie unsere männlich dominierte Gesellschaft es uns zeigt. Ellenbogen raus und los. Leistung erbringen. Für unsere Rechte KÄMPFEN. 

Ich glaube, es bedarf einer sanften Revolution.

Ja, es gibt die Seite, dass wir gelernt haben, immer die Brave zu sein.
Das meine ich nicht.

Sondern deine authentische Sanftheit.

Dein tiefstes Herz.
Deine Sensibilität.
Deine Sinnlichkeit.

Ich lehre über die sexuelle Befreiung der Frau.
Und ein Großteil des Geheimnisses – gerade wenn es um das Entfachen neuer Funken in einer Beziehung geht – ist das Öffnen unseres Herzens.

Das klingt plakativ. Ich meine das aber in der Tiefe.

Denn das bedeutet auch, dass wir uns unseren eigenen tiefsten Herzschmerz überhaupt erstmal anschauen müssen. 

Dass es verdammt nochmal so sehr weh getan hat, verlassen zu werden – sei es physisch oder emotional oder beides. Dass es verdammt nochmal weh getan hat, in der eigenen Sensibilität nicht angenommen zu werden. Dass es verdammt nochmal weh getan hat, als wir unser Herz so freizügig verschenkt haben (an den Vater, das Männliche, die erste große Liebe etc.)und es nicht darin gehalten wurde.

Ja, das ist auch eine Seite der Herzöffnung.

Es ist kein Wunder, dass wir Probleme damit haben, uns für unsere Partner*Innen zu öffnen. Wenn wir so lange Schutzmauern aufgebaut haben, die uns von tiefer Intimität fernhalten. 

Es ist kein Wunder, dass wir (selbst auch!) Weiblichkeit noch immer irgendwie mit Schwäche verbinden, weil wir nur zu oft erlebt haben, dass dies ausgenutzt wird.

Es gibt so viel Unzufriedenheit in so vielen Beziehungen, weil wir uns gegenseitig in die gegenüberliegende Polarität drücken, in der wir eigentlich nicht zu Hause sind. In der unser Herz eigentlich nicht zu Hause ist.

Versteh mich nicht falsch, ich liebe es, Polaritäten auch fließend wechseln zu können. Und das passiert in meiner Beziehung sehr viel.

Aber es ist ein Unterschied, wenn es aus einer Trauma Antwort heraus entsteht, weil wir uns einfach nicht sicher darin fühlen, auch unsere YIN Seite zu leben: sanft, fließend, emotional, sinnlich, diskontinuierlich, wild, hingebungsvoll.

Und meistens ist der Schlüssel VERTRAUEN.

Generell vertrauen. Aber auch dem Männlichen vertrauen. Und das beginnt dabei, zunächst einmal unserer eigenen inneren Männlichkeit zu vertrauen.

Ja, es klingt paradox – aber der Schlüssel, uns für unsere authentische Weiblichkeit zu öffnen, kann es sein, dem Männlichen zu vertrauen (und das darf gerne erstmal unsere eigene innere Männlichkeit sein, die vorher vllt auch diese vermeintliche “Schwäche” verurteilt hat).

Das dürfen wir erstmal wieder für uns selbst erfahren. In einem sicheren Rahmen. 

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