Die perfekt regulierte Partnerin

aka: ich mach doch alles „richtig“, warum funktioniert es nicht?

Let me tell you a story

Vor einiger Zeit hatte ich in meiner Beziehung einige für mich herausfordernde Gespräche mit meinem Partner. Und ich wollte unbedingt gut und richtig reagieren. Ich wollte die Verständnisvolle, die Regulierte, die gute, die perfekte Partnerin sein.

Ohne das groß zu hinterfragen bin ich davon ausgegangen, dass das in etwa so aussieht:

  • Ich nicke und stimme zu, zeige so mein Verständnis.
  • Ich unterdrücke meine eigenen Impulse und sage „das macht Sinn“.
  • Ich bleibe ganz ruhig (und flippe bloß nicht aus).

Bilderbuch eben. Möglichst non-violent-communication-y. Sodass man mir möglichst nichts anhaben kann: “Ich habe ja alles richtig gemacht”.

Kannst du dir vorstellen, wie gut das geklappt hat?
… genau, nicht gut.

Denn das Idealbild von dieser toll-regulierten-perfekten Partnerin ist definitiv nicht so rüber gekommenUnsere Partner wissen, wenn wir etwas wirklich meinen oder nur daher-sagen.

Was wirklich (für ihn) rübergekommen ist:

  • Aufgesagte Phrasen, die besänftigen sollen, damit mein Partner mich in Ruhe lässt.
  • Augen rollen, was ich nicht ganz unterdrücken konnte und gezeigt hat, was eigentlich in mir vor sich geht (und wenn ich ehrlich bin, ein bisschen wollte ich auch, dass es sichtbar wird, damit er sieht, wie genervt ich bin – und dass das seine Schuld sei) Ja, Aua. Großes Aua.
  • Oder: eine monotone Freeze-Reaktion einer Partnerin, die überhaupt nicht mehr spürbar oder präsent ist.
  • Das Gefühl ins Nichts zu sprechen, zu einer Void, die nur sagt, was der andere hören will.

Glaub mir, ich bin da absolut nicht stolz drauf. Und habe es aus meinem besten Wissen auch wirklich nicht mit Absicht getan. Ich habe mich ja eigentlich so bemüht, die gute Partnerin zu sein.

…Aber wenn die ruhige Reaktion nur her-kontrolliert ist, dann kommt sie auch nicht an!
Und das durfte ich mir letztlich eingestehen. 

Bis zu diesem Punkt bestand meine innere Arbeit oftmals aus:

  1. mich noch mehr anstrengen oder kontrollieren
  2. noch “besser” werden, noch mehr Kommunikations-Tools anwenden

Kurzum: es war eigentlich immer ein Kampf GEGEN mich. Und noch schlimmer – all diese (niemals bleibenden)Veränderungen fußten auf dem Gefühl von Wertlosigkeit.

Lass mich das erklären.

Der innere Dialog ging ungefähr so:

  • “Ich bin schon wieder zu blöd dafür”.
  • “Ich hab’s schon wieder versaut”.
  • “Wenn ich doch einfach ruhig geblieben wäre”.
  • “Wenn ich mal nichts gesagt hätte”.
  • “Ich bin so ein Idiot.”

DAS ist keine liebende, unterstützende Stimme, die nur mein Bestes will. Da ist ein mieser innerer Kritiker am Werk.

Wenn unsere innere Arbeit auf dieser Stimme fußt – auf der “ich bin so schlecht und wertlos” Stimme – dann hat sie kein richtiges Fundament. 

(Deshalb hält diese Art von Veränderung auch nicht lange vor. Kritik motiviert langfristig niemanden. Vor allem nicht, wenn die Veränderungen noch mehr Anstrengung bedeuten und eigentlich GEGEN unsere natürlichen Impulse gehen.)

THE SHIFT.

Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass sich für mich alles geändert hat, als ich nicht mehr versucht habe, perfekt zu sein, sondern mehr ich zu sein.

Das war allerdings sooo unangenehm. Denn ich musste mir u.a. eingestehen, dass ich in besagten Gesprächen eigentlich super wütend und frustriert war.

Ich habe erst dann herausgefunden, dass diese Wut gar nicht mal so sehr auf meinen Partner gerichtet war, sondern tatsächlich auf diesen inneren Kritiker, der innerlich alle seine Worte umgedreht hat und mir weiß machen wollte, dass ich “useless” bin. Ich wurde so wütend, weil ich mich nicht mehr useless fühlen wollte. Weil ich das nicht mehr akzeptieren und glauben wollte.

Und nochmal zum Verständnis:

Ich habe zuvor ALLES in meiner Macht stehende getan, um NICHT wütend zu werden. Ich habe ALL meinen Frust immer und immer wieder runtergeschluckt, weil ich doch keinen Streit anzetteln wollte und weil ich die Seite meines Partners (nach einem Verschnaufen) auch immer gut verstehen konnte.

Also wurde ich wütend…

(Nicht unkontrolliert aggressiv, sondern ich nenne es mal “angemessen aufgebracht”, aber mit einer guten Energie von F*ck You.

Ich musste so lachen, als mein Partner meinte: “Ja endlich fühle ich dich. Jetzt glaube ich dir auch, was du sagst. Jetzt bist du HIER.”

Genau das, was ich unbedingt vermeiden wollte – das, was ich innerlich als “das Problem” gesehen habe – war die Lösung. 

😮‍💨

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