Welche Schritte kann ich gehen, wenn ich mich sexuell blockiert fühle oder sexuelles Trauma erlebt habe und mir eine erfüllte Sexualität wünsche?


Als Sexualtherapeutin und Begleiterin für Frauen, die häufig bereits ein großes Stück ihres Heilungsweges gegangen sind — sprich (Trauma)-/Psychotherapie, Aufstellungen, Coaching, Energiearbeit oder Ähnliches — erreicht mich diese Frage immer wieder.

Es geht hier um Frauen, die nicht von Punkt 0 starten, sondern, die bereits viel reflektiert und aufgearbeitet haben, die Therapie gemacht haben. Und die spüren, dass der nächste Schritt der Weg in ihren Körper, in ihre Sexualität (und Weiblichkeit) ist. Die merken, dass ihre Geschichte ihre Sexualität weiterhin beeinflusst und die sich wünschen MIT ihrem Körper, und ganz viel Sensibilität und Trauma-Bewusstsein hier weiter und tiefer zu gehen.

Also: wie kann ich trotz sexueller Blockaden und Trauma (wieder) zu einer erfüllenden Sexualität und Intimität finden?

Die folgenden Schritte sind gute Wegweiser, um trotz sexuellem Trauma und Blockaden wieder zu einer erfüllten Sexualität zu finden.

1. Bewusstwerdung: Was passiert in deinem Körper genau, wenn du intim wirst? Was ist das EINE Muster, was sich immer wieder zeigt, wenn du intim werden möchtest?

Hier zeigen sich oft verschiedene Muster, von Freeze und Erstarren, hin zu “ich vermeide das Thema komplett”, innerem Zusammenziehen, Wut, Trauer, Dissoziation oder auch Schmerzen beim Sex oder bei der Penetration. Viele Frauen berichten von sexueller Unlust oder haben das Gefühl, dass sie unter einer sexuellen Funktionsstörung leiden.

Mir geht es bei dieser ersten Frage aber vor allen Dingen darum zu hören: Was ist *wirklich* dein Erleben? Wenn du magst, schreibe dies auf, Schritt für Schritt: Was erlebst du, wenn du Sex hast, während du Sex hast, bevor du intim wirst, nachdem du intim wirst? Schau hier, welche der Fragen für dich relevant ist. Was passiert auf körperlicher Ebene? Welche Empfindungen zeigen sich hier?

Dieser Schritt ist essentiell für die generelle Bewusstwerdung von dem, was überhaupt gerade in uns passiert. Manchmal wissen wir es nur ungefähr oder es ist diffus. Also nimm dir gerne etwas Zeit dafür, dies wirklich zu reflektieren und nochmal in der Tiefe kennenzulernen.

2. UnShaming dieser körperlichen Symptome. So oft denken wir, dass wir genau dieses Muster nicht haben sollten. Dass es das ist, was uns von erfüllter Sexualität und Intimität fernhält. Das macht ja auch Sinn. Aber wir vergessen dabei oft, dass dies ein intelligentes Muster unseres Körpers ist. UnShaming meint hierbei wirklich das Entschämen dieses Musters und das tiefere Verständnis dafür, was hier hinter steckt.

Eine super Frage, um dein ganz bestimmtes Muster zu entschämen ist folgende: Inwiefern macht es Sinn, dass sich mein Körper genau so verhält, wie er es tut? Wenn das eine tiefere Intelligenz hätte, was wäre das?

3. Sicherheit im Körper und in der Sexualität kultivieren.

3.1. Erdung: Dabei geht es auf der einen Seite darum, dass wir erstmal die Skills lernen, um uns selbst zu halten, zu erden. Dass wir innere Ressourcen finden um uns zu regulieren, wenn wir es brauchen. Und ich kenne es ja von mir selbst – es geht darum, nicht nur darüber zu lesen, sondern es *wirklich* zu praktizieren! Sprich: tiefe Atemzüge nehmen. Die Augen öffnen, wenn wir dissoziieren und ums im Raum orientieren, wirklich wieder *hier* ankommen. Den Körper ganz sanft in Bewegung bringen, wenn wir im Freeze Zustand sind.

3.2. Release: Auf der anderen Seite ist es oftmals genau so wichtig, dass wir nicht nur lernen, uns runter zu regulieren. Sondern auch, dass wir lernen, wieder in unsere Lebendigkeit zurückzukehren. Mit Release meine ich dabei, dass wir Emotionen durch unseren Körper durch bewegen lernen. Dass wir lernen, dass es sicher ist, zu weinen, Wut auszudrücken, sich zu schütteln, sich zu bewegen. Nicht nur, dass es sicher ist – sondern eben auch: dass es überhaupt eine Option ist. Wenn es um Traumaheilung geht lernen wir so oft nur das Runterreglieren. Dabei wiederholen wir so oft einen Glaubenssatz, den viele von uns sowieso schon in sich tragen: deine Emotionen sind zu viel. Wir dürfen also lernen, einen sicheren Raum und Rahmen für unsere Emotionen zu öffnen.

4. In den Körper zurückkehren. Das ist bereits in Schritt 3 deutlich mehr geschehen. Hier geht es nun auch darum, dass wir nicht nur lernen, uns zu regulieren oder “schwierige” Emtionen zu bewegen. Sondern, dass wir diese Lebendigkeit generell auf unser Leben übertragen – und natürlich: auf unsere Sexualität, auf unsere Intimität. Dass wir lernen, dass unsere Hüfte und unser Becken unsere “allies” sind. Dass sie *für* uns da sind. Dass wir uns mit ihnen verbinden können. Ich gehe hier gerne auf Sound, Breath und Movement ein. Also Tönen, Atem und Bewegung. Wie wir atmen hat einen unglaublichen Effekt auf unseren sexuellen Ausdruck, genau so ob wir es uns erlauben, Geräusche und Töne zu machen, laut zu sein, wenn wir wollen. Dieser Schritt ist so essentiell um unseren Körper wieder voll zu bewohnen.

5. Konditionierungen und Glaubenssätze aufschreiben. Wenn wir bereits so weit gegangen sind, sind wir vermutlich auch schon mit einigen Anteilen in uns in Berührung gekommen, die nicht besonders wohlwollend gegenüber unserem neuen Ziel waren, welches sagt: “Ich will mich wohlfühlen in meiner Sexualität. Ich möchte eine erfüllte Intimität.” Und diese gilt es aufzudecken. Damit einhergehend wollen wir alle Geschichten, Stories, Narrative unserer Herkunftsfamilie, Kultur und Religion einmal genauer betrachten. Was haben wir über Sexualität gelernt? Wurde es tot geschwiegen? War es tabuisiert? War es voller Scham? Wurde es obszön oder über-sexualisiert? Schreibe auf, was dir als erste Assoziationen in den Sinn kommen. Auch welche Glaubenssätze du über Sex schlichtweg immer als wahr empfunden hast. Dinge wie “Sex ist für den Mann”, “Sex ist nur in der Ehe erlaubt”, “Sex ist schmutzig”, “Sex wird eh immer schlechter mit der Zeit” – auch wenn du selbst eigentlich vom Verstand her nicht mehr daran glaubst. Diese Dinge sitzen oft noch als “Wahrheiten” in unserem System fest. Dies ist ein erster Schritt diese Sätze aus unserem System zu lösen und vor allem auch mal unter die Lupe zu nehmen und zu hinterfragen.

6. Self Pleasure Rituale und Intimität mit uns selbst. Wenn wir sexuelles Trauma erfahren haben oder uns generell sexuell blockiert fühlen, sind wir oft abgeschnitten von der Lebendigkeit unseres Körpers, von unserer vibrierenden sexuellen Energie. Wir spüren sie vielleicht gar nicht. Kennen sie vielleicht gar nicht. Oder wir sehen sie vielleicht sogar als gefährlich an. Das macht vor dem Hintergrund unserer Geschichten meistens auch so viel Sinn! (Ja, da ist nichts falsch mit dir, wenn du so fühlst – und es hat einen guten Grund). Damit wir uns in unserer Intimität aber wirklich wohl fühlen können, damit wir sie wirklich bewohnen und genießen können, geht der Weg nicht an uns selbst vorbei. Wir dürfen also lernen, was Intimität mit uns selbst überhaupt wirklich bedeutet. Wenn ich nochmal neu lernen könnte, was mir eigentlich gefällt – wie sähe Intimität dann aus? Das können wir uns alles ausmalen, aber hier geht es vor allem um verkörperte Erfahrung. Darum, wirklich Zeit mit sich selbst zu verbringen. Und der Fokus liegt hier wirklich auf ZEIT. Das dauert seine Zeit. Und es ist ok, wenn wir erstmal keine Feuerwerke erleben. Wenn es langweilig ist. Das kann sogar gut sein, denn unser Körper lernt es, nicht mehr in Habacht Haltung zu sein, wenn wir intim sind. Und wenn wir uns tollen Sex und erfüllende Intimität wünschen ist es der erste Schritt, diese für uns selbst zu kreieren. Also: such dir ein tolles parfümfreies natürliches Öl (Cocos-Öl oder Jojoba-Öl sind z.B. toll) und beginne deinen Körper zu massieren. Massiere deinen gesamten Körper. Bevor du deine Yoni überhaupt massierst, halte deine Handflächen auf ihr für einige Minuten. Atme hier tief und sanft. Verbinde dich mit ihr. Spüre, was sie spürt. Erlaube dir sie zu fühlen, in Kontakt zu gehen. Dann schau, welche sanften Berührungen angebracht sind, welche sie sich wünscht. Es geht nicht ums Ziel hier. Tatsächlich empfehle ich es, die ersten 5-10 Male das Thema Orgasmus komplett vom Tisch zu nehmen, wenn es um deine Selbstberührung geht. Hier geht es um Kontaktaufbau. Darum, wieder Verbindung zu dir zu schaffen. Und Sicherheit mit dir selbst.

7. Mindset Arbeit. Nachdem du mit alten Glaubenssätzen aufgeräumt hast, geht es daran, neue bestärkende Glaubenssätze für dich zu finden. Neue Wahrheiten über Sexualität und Intimität, die dir dienen. Aber vor allem auch: die dich zum Leuchten bringen. Die, wenn sie wahr wären, dich mit Energie durchfluten würden. Beginne z.B. dabei zu affirmieren: “Meine Sexualität ist so so sicher”, “Meine Sexualität gehört mir”, “Ich liebe es, wie meine Verbindung zu meinem Körper und meiner Yoni jeden Tag inniger wird”, “Ich liebe es, wie genussvoll mein Körper sich für mich öffnet”.

Diese Sätze sind vermutlich noch nicht wahr. Und das ist OK. Mindset Arbeit in Verbindung mit der Berührung unseres Körpers kann aber unsere neuronalen Bahnen nochmal ganz neu befeuern und wir können diese neuen Sätze langsam aber sicher als Wahrheiten in unser System integrieren.

8. Integration in den Alltag. Du darfst sinnlich sein. Es ist sicher, eine sinnliche, sexy Frau zu sein. Klar heißt das nicht, dass du das überall und immer zeigen musst. Aber du darfst dies in den für dich angemessenen Räumen und Maßen leben. Sei es durch ein genüssliches Hüftenkreisen, wenn du am Schreibtisch sitzt. Oder einen kleinen Tanz morgens im Bad. Nutze deine Regulationstools vom Anfang, wenn du bei Intimität merkst, dein Körper ist gerade wieder in der Vergangenheit unterwegs. Und nutze auch deine neuen körperlichen Ressourcen: Breath, Sound, Movement – um dich wieder zu spüren.

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