Ich wurde nun so oft gefragt, wie es eigentlich im Dunkel-Retreat war und daher mache ich mich nun endlich mal an einen kleinen Erfahrungsbericht. Und ich muss gestehen, ich weiß kaum, wo ich anfangen soll. Also einfach mal beim Beginn und wie es überhaupt dazu kam.
Sam war letztes Jahr für 5 Tage und Nächte im Darkness Retreat — und für ihn war es eine der besten Erfahrungen ever. Ich wusste, dass wir da ein wenig anders sind, aber war auch schon immer sehr fasziniert davon. Aber auch vorsichtig. Es hat mich letztes Jahr noch nicht gerufen. Und zudem ist das Dunkelzimmer auf Bali, wo Sam letztes Jahr war, auch ständig ausgebucht. Also habe ich es erstmal auf die „später“ Liste für mich gepackt.
Als wir dann auf Bali ankamen, war ich noch mitten drin im The Groundwork Kurs und wir hatten gerade ein sehr intensives halbes Jahr hinter uns. Mit Auswanderung und Abmeldung aus Deutschland, Autofahrt nach Portugal, dort 3 Monate, dann nach Ibiza, wo wir einige unangenehme Erfahrungen gemacht haben und weiter nach Mallorca. Dort war der Kurs schon voll im Gange. Wir hatten außerdem noch Besuch von Freunden und Familie und sind dann nochmal mit Fähre und Auto zurück in die Heimat um einige Dinge zu klären, uns zu verabschieden und Klamotten auszutauschen.
Puh, ja neben dieser Reise durfte ich 100 Frauen auf der Reise in ein sicheres Körpergefühl in ihrer Sexualität begleiten. Und wie du dir vielleicht vorstellen kannst, war das alles nicht ohne. Versteh mich nicht falsch. Ich habe es auch sehr genossen. Aber Mitte August habe ich gespürt: mein Akku ist leer. Ich brauche jetzt erstmal selber Pause. Möchte irgendwo ankommen.
Für den ersten Monat auf Bali haben wir auch noch in einem Airbnb gelebt, wo das Bett leider äußerst unbequem war. Nicht gut schlafen können tut dann also sein Restliches. Zu dem Zeitpunkt habe ich also gemerkt: Ich brauche eine Pause. Von allem. Ich möchte mich ausruhen. Und ich möchte MICH erstmal wieder fühlen. Da kam mir der Gedanke Darkness Retreat. Ich habe prompt nachgeschaut und wider Erwarten gab es gleich zwei freie Termine.
Entweder DIREKT. Oder in zwei Wochen. Ich habe mich dieses Mal Nervensystem-freundlich für die „in zwei Wochen“ Variante entschieden, mit mehr Raum mich wirklich darauf einzulassen und erstmal in unsere neue Unterkunft einzuziehen.
Ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich wirklich einlasse. Alles, was ich wusste war: Sam fand es super. Und: ich möchte Schlaf nachholen. 😂
Ich konnte mir die Erfahrung so gar nicht vorstellen und habe mich entschieden, mir auch vorher keine Podcasts oder so dazu anzuhören, sondern ganz unvoreingenommen darein zu starten. Ich bin am Tag als es losging etwas früher angereist. Tatsächlich hatten Sam und ich vorher ein etwas schwieriges Gespräch und irgendwie nicht die gebührende Zeit, um alles vorab zu klären.
Das war auf der einen Seite super schwierig für mich, weil ich ein tiefes inneres Bedürfnis nach Harmonie habe. Und auf der anderen Seite war es letztlich genau die Medizin, die ich in dem Moment brauchte: ich durfte mich selbst halten. Und mir selbst die Sicherheit geben, dass alles gut ist. Mit mir. Aber auch mit uns. Dass schwierige Situationen und Momente teil einer Beziehung sind. Und dass dennoch alles total in Ordnung bei uns ist.
Das war also die erste Hürde.
Sam hat mich dann beim Retreat Center abgesetzt und mich verabschiedet.
Mir wurde kurz alles gezeigt. Der Raum war sehr klein. Direkt wenn man reinkommt war links ein 20L Wassertank. Daneben die Toilette. Daneben in einer Duschkabine die Dusche und das Waschbecken. In der Mitte war ein schmaler Gang, so breit wie eine Yogamatte (und auch wirklich nicht viel länger). Gegenüber von der Duschkabine das Bett. Und davor, wenn man reinkommt rechts direkt ein kleiner Sitz mit Kommode und Zugriff auf das Essensfach, wo 3 x am Tag Essen hingebracht wurde. Mir wurde erklärt, wie ich die Klimaanlage bediene und wir haben sie auf 23 Grad gestellt. Dann wurde mir auch erklärt, wie ich die Lüftung öffnen kann sodass entweder Luft aus dem Raum rausgezogen wird, oder in den Raum hineingeblasen wird. Das ging anhand einer Zugleine. Die Fernbedienung für die Klimaanlage hatte einen festen Platz an der Wand. Ich war mir nicht sicher, ob ich das im Dunkeln alles hinkriegen werde, aber ich musste einfach vertrauen, dass es klappt.
Mein Handy habe ich an der Rezeption abgegeben und schnell meine paar Kleidungsstücke und kleinen Extras in den Schubladen unter dem Bett verstaut.
Ich hatte mir von Sam einen großen Pulli mitgenommen. Und ein paar T-Shirts, eine super bequeme Haremshose, Unterwäsche und warme Socken zum Einkuscheln.
Als Extras um zumindest ein paar Sinnesreize/ Tätigkeiten während der Zeit zu haben, habe ich mir folgendes eingepackt:
– meine Yogamatte
– 3 ätherische Öle (Balance, Air, Grapefruit)
– einen Wick Inhalierstift
– mein Journal + Stift
– 4 ausgewählte Wachsmaler
– Gebets-Mala (= Kette mit 108 Perlen)
– Cocosöl
– meinen Glasdildo
– einen Rosenquarz „Stein“ — eigentlich ist es ein halber gebrochener Dildo, den ich zu einem Gesichtsmassage Tool für mich umfunktioniert habe 😀
Ehrlich gesagt wusste ich auch nicht (und weiß es immer noch nicht „wissenschaftlich“), was der Grund hinter einem Darkness Retreat sein sollte. Und irgendwie tat mir das total gut. Denn wenn ich nicht weiß, „was ich erleben soll“, dann kann ich auch nicht mit falschen Erwartungen oder Druck daran gehen.
Dann war die Zeit gekommen, dass ich die Tür schließen sollte.
Sam hatte mir empfohlen, dass ich mir eine Kerze mitnehme und diese erst anmache und dann in meinem eigenen Tempo auspuste. Und dass ich den Prozess auch genau so wieder beende. Dass ich nicht einfach direkt rausgehe, sondern dass ich das kleine Teelicht anmache. Ich habe also erstmal meine Kerze angezündet und dann den Raum abgeräuchert.
Vorher wurde mir noch gesagt: wenn ich Panik kriegen sollte, sei es nur in den ersten paar Minuten, danach würden sich alle entspannen. Ok.
Ich habe die Kerze ausgepustet.
Und wow, es war WIRKLICH dunkel.

Panik kam für mich tatsächlich nicht hoch. Vielleicht auch weil ich schon vorgewarnt war. Außerdem war es ein anstrengender Tag für mich und generell eine anstrengende Phase, weshalb ich zu dem Zeitpunkt (abends um 18 Uhr ging es los), sowieso ready für das Bett war.
Mir wurde dann kurze Zeit später Essen aufs Zimmer oder besser gesagt in die Box gepackt. Ich konnte sie dann von Innen öffnen und habe dann zum ersten Mal in der Dunkelheit gegessen. Ganz wie Sam es mir erzählt hat, habe ich immer mit Fingern gegessen. Das war irgendwie total schön. Und macht auch einfach mehr Sinn, wenn man nichts sehen kann. Das hatte ich vorher gar nicht bedacht, dass es gar nicht so easy ist so zu essen.
Es gab nur einen kleinen Couscous Salat am ersten Abend und einen leckeren Zimt Tee. Und danach bin ich direkt ins Bett. Happy, dass ich erstmal einfach schlafen kann.
Als ich morgens aufgewacht bin, war es wirklich seltsam, dass es nicht heller wurde.
Was auf der einen Seite gut und auf der anderen Seite nicht so cool war, war dass gleichzeitig ein Yoga Teacher Training direkt über mir stattgefunden hat. Es gibt nur ein einziges Dunkelzimmer in diesem Retreat Center — ansonsten geht es dort um Yoga und Meditation.
Und irgendwie war es zu Beginn vor allem ein großer Segen, weil ich so ungefähr wusste, wie spät es ist und einfach auch, dass ich nicht alleine bin.
Also um es mal ganz grob zu umfassen: 5 Tage in der Dunkelheit waren auch wirklich wirklich langweilig. 😂 Ja, da war soooo viel Gutes dabei und ich bin richtig happy, dass ich es gemacht habe. Aber ich will auch ganz transparent sein, dass es eben auch einfach viel NICHTS tun ist.
Ich habe also erstmal möglichst lange geschlafen und dann mit einer kleinen Morgenroutine begonnen die daraus bestand, im Schneidersitz zu auf dem Boden zu sitzen und mein Gesicht abzuklopfen. Ich habe dann mein ganzes Gesicht, meinen Kiefer und auch meinen Oberkörper massiert. Yes, auch mit dem umfunktionierten Dildo Stein 😅.
Danach habe ich mich in Sam’s Jacke eingepackt, meine warmen Socken angezogen und die Füße hoch an die Wand gelegt und dort gechillt während ich meine Gebetsmala in der Hand hatte und mein Mantra 108 Mal wiederholt habe. Das war fast sogar mein Lieblingspart von jedem Tag. Weil es sehr entspannend ist. Es ging aber auch nur so ca. eine viertel Stunde lang, weil danach das Blut aus meinen Füßen war.
Danach lag ich meistens einfach ein wenig „leblos“ auf der Seite und habe ins Nichts gestarrt.
DAS war so gut für mich. Ich habe schnell realisiert, dass es hier nicht darum geht, jede Minute mit irgendeiner Practice zu füllen, sondern, dass ich auch einfach mal SEIN darf.
Irgendwann gab es dann Frühstück, was dort „nur“ aus einem Teller super leckerer Früchte bestand. Und ganz wie Sam es empfohlen hatte, habe ich direkt vorab Tee für jeden Mahlzeit mit bestellt.
Danach habe ich ein wenig Yoga gemacht und mich gestretcht.
Morgens habe ich auch kurz gedacht, ich hätte ein Glühwürmchen mit mir im Raum gefangen. Oh Gott, habe ich mich gefreut (und auch gedacht hmmm, mache ich das jetzt falsch? 🙈) Mir ist dann aber ca. eine Stunde später oder so aufgefallen, dass es sich nicht um ein Glühwürmchen handelte, sondern um ein mini kleines Lichtloch in der Wand, welches aus verschiedenen Winkeln nur sichtbar war. Aber es war in der Dunkelheit schwer greifbar, ob es sich bewegt oder nicht. Also war das erstmal nicht so klar.
Ich bin auch immer ganz ganz vorsichtig nur gegangen und habe mich mit meinen Händen und Füßen immer ein wenig „entlang gehangelt“.
Dann bestand die Zeit auch viel aus warten. Warten auf die nächste Mahlzeit. Ob ich es wollte oder nicht, mein Verstand hat immer versucht zu beurteilen, welche Zeit es wohl gerade ist und wann es wohl wieder essen gibt. Also ja, das wusste ich eigentlich immer recht gut. Ich habe im Zeitsinn eigentlich nie die Orientierung verloren und glaube auch, dass das nur geht, wenn man kein Essen geliefert bekommt und wenn man auch von draußen nicht viel hört. Ich habe jeden Tag eigentlich relativ genau gewusst, wie spät es ist (glaube ich zumindest). Obwohl ich an einem Tag wütend wurde: hey, die haben mich (und mein Essen!!!) vergessen. Aber dann kam es doch eine Stunde später noch.
Eine weitere Aktivität, der ich eigentlich jeden Tag nachgegangen bin, war Journaling. Was sehr sehr lustig ist, wenn man sich das hinterher anguckt. Sam hat mir vorher gesagt, dass er immer seinen einen Finger angelegt hat, wo die Zeile beginnt und dann immer runtergeschoben hat, damit man weiß, wo man wieder beginnen darf. Das hat so mäßig geklappt. Ich habe einige Sätze übereinander geschrieben. Aber darum ging es ja auch nicht. Es tat einfach gut, die eigenen Erkenntnisse aufzuschreiben.

Wie du sehen kannst, kann man bei Weitem nicht mehr alles entziffern 😂
Es gab zwischendurch viele Momente, wo ich gespürt habe, dass ich jetzt Raum habe, in bestimmte Themen meines Lebens hineinzuführen und dass es wirklich eine Entscheidung war, ob ich es möchte oder nicht. Die Themen kamen schon von sich aus hoch aber wie genau ich darein fühle, war mir überlassen.
Ich bin durch einige vergangene Beziehungsgeschichten durchgegangen. Aber auch durch Kindheitserfahrungen und Gefühle.
Ich dachte, ich hätte so so viel an Gefühl angestaut und dass ich erstmal wahrscheinlich super emotional werde und ganz viel heulen muss. Aber es war fast das Gegenteil. Sobald alle anderen Stimuli weg waren, war ich tatsächlich sehr friedlich. Sehr ruhig. Sehr bei mir.
Diese 5 Dinge habe ich während meiner Zeit in dem Raum immer wieder gemacht. Oder zumindest einmal am Tag: Gesichtsmassage, ganz sanftes Yoga und Stretching, Füße hochlegen und mit meiner Mala rezitieren, Journaling. Und auch Meditation.
Aber tatsächlich alles immer wieder mit viel Pause dazwischen.
Ich habe irgendwann angefangen, flackerndes Licht zu sehen. Und zwar war es super präsent für sehr lange Zeit. Vor allem in meinem linken Auge (gefühlt zumindest). Es war so am Flackern, dass es mich manchmal irritiert hat und ich mir gewünscht habe, dass es aufhört. Aber irgendwie konnte ich das ja nicht steuern. Es war da egal, ob die Augen offen oder geschlossen waren. Obwohl ich sie auch viel geschlossen hatte.
An einem Abend habe ich auch sehr viel gesungen, was super schön und joyful war.
Was bei Dunkelretreats auch passieren kann, ist dass der Körper irgendwann DMT ausschüttet und man transzendente Erfahrungen macht.
Ich finde es schwer, zu beurteilen, was was war. Aber ich kann sagen, dass ich im Laufe der Zeit auch einige Momente hatte, wo ich „in communion with the goddess“ war.
An einem Tag wurde ganz sanfte Hintergrund Musik, sowas wie Handpan oder so, oben im Yogashala gespielt und ich stand am Ende meiner Yogamatte und habe mich für eine gefühlte Ewigkeiten kreisend und fließend hin und her bewegt. Getanzt. Meine Arme in die Luft. Mir erschienen Bilder einer alten Grotte aus Stein in der ich betend stand und getanzt habe und es sind Worte durch mich und zu mir geflossen, die ich nicht verstandesmäßig erklären kann, aber die auf einer tieferen Ebene sehr sehr viel Heilung mit sich gebracht haben.

Und obwohl die Zeit sehr sehr friedlich war, gab es doch einen Moment in dem ich doch sehr emotional wurde und bitterlich weinen musste. Aber auch das nur sehr kurz. Sehr potent. Für 10 Minuten und dann war es vorüber.
Ja, so sind die Tage an mir vorübergezogen. Wartend auf Essen. Ins Nichts starrend. Teilweise in tiefster Stille und Meditation — das war wirklich sehr besonders wie tief ich dadurch gehen konnte. Teils sehr blissful und in anderen Dimensionen. Aber immer sehr klar und DA. Teils altes Trauma und alte Wunden aufarbeitend. Auch die Situation mit Sam vor dem Retreat konnte sich so gut setzen und ich hatte die Möglichkeit, mich mal wirklich damit auseinanderzusetzen und sie nicht nur schnell „wegzuwischen“ wie ich es sonst in meinem Leben vielleicht eher getan hätte. Ja, insgesamt hatte ich das Gefühl „okay, ich habe meine innere Arbeit doch ganz gut gemacht“ — es war irgendwie schön zu fühlen, dass keine „Bomben geplatzt“ sind. Also, dass sich nichts gezeigt hat, auf dass ich gar nicht vorbereitet war oder mit dem ich nicht gerechnet hätte.
Was ich übrigens für die 5 Tage für mich entschieden hatte, war: no shower. Ich habe mich nicht geduscht während der Zeit und war aufgrund der Situation der Dusche auch sehr happy damit. Die war irgendwie nicht besonders optimal und ich wollte einfach nur eingekuschelt bleiben.
Am vorletzten Tage wurde ich schon sehr ungeduldig irgendwie. So gut es war, fehlte mir doch die Lebendigkeit der Außenwelt. Und ich konnte es kaum erwarten, bis endlich der nächste Tag anbrach. Am letzten Tag war es dann so weit… ich habe noch gefrühstückt und meine kleine Morgenroutine beendet. Gleichzeitig war da mein Feuer erwacht, dass es kaum erwarten konnte, endlich wieder rauszukommen.
Oh Gott… hätte ich gewusst, wie sich das Licht anmachen anfühlt, wäre ich geduldiger geblieben 😀
Ja, ich saß noch an meinem Platz und habe ein paar Dankesworte an die Dunkelheit gerichtet dann ganz spontan entschieden: „Okay, das reicht. Ich mache das Licht jetzt an.“ Ich habe das Feuerzeug genommen und das Teelicht entzündet. 🕯️Und shit… es war ein TIEFER Schock. Ich hätte mich nicht darauf vorbereiten können, aber es war tatsächlich im ersten Moment schrecklich. Ich habe aus Schock direkt geweint. Und ich habe die Kerze nochmal ausgepustet.
Und ich habe es so bereut, nicht jede letzte Minute in der Dunkelheit ausgekostet zu haben. Ich habe dann irgendwann die Kerze wieder angezündet. Und ich war wirklich wackelig auf den Beinen, konnte gar nicht richtig gehen und war suuuuper langsam. Dann habe ich irgendwann die Tür nach draußen geöffnet. Und der Schock war der gleiche, aber noch größer. Fuck. Ich war direkt zu Tränen gerührt. Und völlig überfordert. Ich wollte mich unbedingt setzen, weil alles zu viel war. Aber es gab keine Bank. Also lief ich erst ziellos nach rechts, dann nach links, dann wieder nach rechts, bis ich mich auf den Boden gesetzt habe. Und dieses Laufen war eher „so langsam wie eine Schnecke kriechen“ 😀
Ufff… ja. Das Gefühl war aber gleichzeitig glasklar: es war wie eine Geburt. GENAU SO müssen sich Neugeborene fühlen, wenn sie gerade auf die Welt kommen: „Aaaaah, was ist das? All diese Farben. Das ist so viel. Aber auch so schön. Aber warum? Alles war doch so gut im Dunkeln, bei Mama im Bauch. Ich will zurück. Aber ich bin auch fasziniert.“ So ungefähr… Das Dunkelzimmer wurde tatsächlich zu einer Gebärmutter. Einem safe space. Indem ich mich langsam aber sicher fortbewegt habe. Wo ich mich ausprobieren konnte. Wo niemand mich gestört hat. Wo ich zwar Stimmen von Außen gehört habe, aber nichts verstanden habe. Ich habe einfach geschlafen und gegessen.
Ja, erst in dem Moment als das Licht anging, wurde mir bewusst, wie viel dieses Retreat mit mir gemacht hat. Was es ausmacht so lange in Dunkelheit zu sein. Ich würde wirklich sagen, dass es ein unglaublich großes RESET für mich war. Ich glaube es ist eine soooo gute Erfahrung, wenn man wirklich bereit dafür ist. Aber nur dann.
Und ich war hinterher fast traurig, dass ich nicht meinen Tag weiter in diesem Tempo führen konnte.
